Laas unter Kirchenbann und Interdikt

 

Wie alle Ortschaften rund um Schlanders, mussten auch die Bauern von Laas Tribut in Form von Ernte- und Viehabgaben und Zehnet an den Deutschen Orden von Schlanders zahlen. Die Laaser Bauern erachteten die Abgaben als zu hoch und verweigerten den Zehnet. Sie erachteten auch die seelsorgerische Betreuung als schlecht und standen wegen der vier Kapellen – St. Johann, St Marx, St Martin und St. Sisinius – mit dem Kloster im Streit.

 

Am Anfang des 14ten Jahrhunderts zogen die Laaser gemeinsam nach Schlanders, stürmten dort das Kloster und nahmen die Bücher mit den eingeschriebenen Anteilen mit.

 

Als Antwort auf den Übergriff wurde über Laas der Kirchenbann und das Interdikt verhängt. Dies bedeutete dass in den Kirchen von Laas keine Gottesdienste mehr gefeiert und keine Sakramente mehr gespendet werden durften.

 

Der Vater von Margareth Maultasch, Heinrich König von Böhmen und Polen, Graf von Tirol, vermittelte nun zwischen den zwei Parteien. Er schickte ein paar Laaser Bauern nach Rom zum Papst und setzte sich mit den Bischöfen von Trient und Chur in Verbindung. Daraufhin wurden der Kirchenbann und das Interdikt wieder aufgelöst. Dafür mussten die Laaser an den Deutschen Orden vier Jahresabgaben zahlen und die Bücher zurückgeben. Der Deutsche Orden musste das Löschen des Kirchenbannes und des Interdiktes selbst finanzieren.

 

Der Aufstand der Laaser, der Kirchenbann, das Interdikt und das Urteil wurde von einem Notar in Meran im Jahre 1323 auf einer Urkunde festgehalten und besteht auch heute noch.

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